Wartung und Inspektion von RLT-Anlagen – was Betreiber wissen sollten
Raumlufttechnische Anlagen sind häufig viele Stunden am Tag und über viele Jahre hinweg in Betrieb. Ventilatoren fördern kontinuierlich Luft, Filter nehmen Verunreinigungen auf, Klappen und Stellantriebe bewegen sich, Sensoren erfassen Betriebszustände und Wärmeübertrager übertragen Wärme oder Kälte. Dabei entstehen Verschleiß und Verschmutzungen, die sich langfristig auf Funktion, Hygiene und Energieeffizienz auswirken können.
Regelmäßige Wartungen und Inspektionen gehören deshalb zu einem zuverlässigen Betrieb von RLT-Anlagen. Sie helfen dabei, technische Probleme frühzeitig zu erkennen, den hygienischen Zustand zu beurteilen und energetische Schwachstellen aufzudecken.
Dabei sind Wartung und Inspektion nicht dasselbe: Während bei der Wartung konkrete Maßnahmen zum Erhalt des funktionsfähigen Zustands durchgeführt werden, dient eine Inspektion insbesondere dazu, den aktuellen Zustand einer Anlage festzustellen und zu beurteilen.
Eine RLT-Anlage kann auch dann noch funktionieren, wenn sich ihr technischer Zustand bereits verschlechtert hat.
Ein verschmutzter Filter lässt weiterhin Luft hindurch, kann aber den Druckverlust erhöhen. Ein Ventilator kann weiterhin laufen, obwohl Lager oder Antrieb erste Verschleißerscheinungen zeigen. Ein Sensor kann Werte liefern, obwohl diese nicht mehr ausreichend genau sind. Auch Verschmutzungen an Wärmeübertragern oder anderen Bauteilen können sich schrittweise entwickeln.
Solche Veränderungen bleiben im täglichen Betrieb häufig zunächst unbemerkt.
Regelmäßige Wartungen sollen dazu beitragen, die Funktionsfähigkeit einer Anlage zu erhalten und Verschleißerscheinungen rechtzeitig zu erkennen. Inspektionen gehen darüber hinaus und betrachten gezielt den Zustand einzelner Komponenten oder der gesamten Anlage.
Dabei können unterschiedliche Fragestellungen im Mittelpunkt stehen:
Technik: Sind Komponenten verschlissen oder beschädigt?
Hygiene: Befinden sich die luftführenden Bereiche in einem hygienisch einwandfreien Zustand?
Energie: Arbeitet die Anlage effizient oder gibt es vermeidbare Energieverbräuche?
Betriebssicherheit: Sind Störungen oder Ausfälle absehbar?
Aus den Ergebnissen können anschließend konkrete Maßnahmen abgeleitet werden – von einer einfachen Wartungsarbeit über eine Reparatur bis hin zur Modernisierung einzelner Komponenten.
Eine professionelle Wartung besteht nicht nur aus einem Filterwechsel oder einer allgemeinen Sichtprüfung. Ein RLT-Gerät setzt sich aus zahlreichen Komponenten zusammen, die unterschiedliche Aufgaben erfüllen und entsprechend betrachtet werden müssen.
Dazu gehören beispielsweise Filter und Filterüberwachung, Ventilatoren und Antriebe, Wärmeübertrager, Klappen und Stellantriebe, Sensoren und Fühler, Kälte- und Wärmepumpentechnik sowie Steuerungs- und Regelungskomponenten.
Für die strukturierte Wartung technischer Anlagen existieren entsprechende Regelwerke. Eine wichtige Grundlage im Bereich der Technischen Gebäudeausrüstung ist die VDMA 24186.
HANSA führt die Wartung seiner Lüftungsgeräte in Anlehnung an die VDMA 24186 Teile 1, 3, 4 und 5 durch. Dadurch können die erforderlichen Wartungsarbeiten systematisch nach den jeweiligen Komponenten und Funktionen des Geräts betrachtet werden.
Welche Arbeiten tatsächlich notwendig sind, hängt dabei vom jeweiligen RLT-Gerät, seiner Ausstattung und den Betriebsbedingungen ab.
Auch die Wartungsintervalle können unterschiedlich ausfallen. Ein Gerät mit hohen jährlichen Betriebsstunden oder besonderen Umgebungsbedingungen kann andere Anforderungen stellen als eine Anlage mit geringerer Belastung.
Eine strukturierte Wartung ermöglicht deshalb nicht nur die Durchführung notwendiger Arbeiten. Sie schafft gleichzeitig eine Dokumentation über den Zustand der Anlage und kann Veränderungen über längere Betriebszeiträume sichtbar machen.
Neben der technischen Funktion spielt bei RLT-Anlagen die Hygiene eine besondere Rolle. Schließlich kommt die von der Anlage aufbereitete Luft direkt oder indirekt mit den Menschen im Gebäude in Kontakt.
Eine wesentliche technische Grundlage hierfür ist die VDI 6022. Sie beschreibt Hygieneanforderungen an raumlufttechnische Anlagen und Geräte. Ziel ist unter anderem, dass eine RLT-Anlage die Qualität der angesaugten Luft nicht verschlechtert.
Hygienisch relevante Bereiche einer RLT-Anlage sind beispielsweise Luftfilter, Kühler, Wärmeübertrager, Luftbefeuchter und Bereiche, in denen Kondensat entstehen kann.
Verschmutzungen oder Feuchtigkeit können hier ungünstige Bedingungen schaffen. Deshalb müssen entsprechende Komponenten kontrollierbar und bei Bedarf reinigbar sein.
Dabei wird zwischen regelmäßigen Hygienekontrollen und weitergehenden Hygieneinspektionen unterschieden. Eine Hygieneinspektion betrachtet den hygienischen Zustand der Anlage umfassender und sollte von entsprechend qualifiziertem Fachpersonal durchgeführt werden.
Besondere Bedeutung hat auch die Hygiene-Erstinspektion. Sie dient dazu, den hygienischen Ausgangszustand einer RLT-Anlage zu beurteilen. Eine solche Erstinspektion ist unter anderem bei neu errichteten Anlagen vor der Inbetriebnahme, nach wesentlichen Änderungen sowie bei bestehenden Anlagen relevant, bei denen bislang noch keine entsprechende Erstinspektion durchgeführt wurde.
Hygiene ist damit keine einmalige Aufgabe bei der Inbetriebnahme eines RLT-Geräts. Sie muss während des gesamten Anlagenbetriebs berücksichtigt werden.
Eine technisch funktionierende RLT-Anlage ist nicht automatisch eine energetisch optimal arbeitende Anlage.
Gerade bei älteren oder über viele Jahre betriebenen Anlagen können sich Betriebsbedingungen verändern. Gleichzeitig entwickeln sich Ventilator-, Regelungs- und Antriebstechnik weiter.
Bei einer energetischen Betrachtung geht es deshalb darum, mögliche Schwachstellen und Einsparpotenziale zu erkennen.
Dazu können beispielsweise Ventilatoren und deren Leistungsaufnahme, Druckverluste innerhalb der Anlage, Betriebszeiten, Luftmengen, Wärmerückgewinnung sowie die Regelungsstrategie betrachtet werden.
Ein einfaches Beispiel sind verschmutzte Filter. Steigt deren Druckverlust, muss der Ventilator unter Umständen mehr Leistung aufbringen, um die erforderliche Luftmenge zu fördern. Auch unnötig lange Betriebszeiten oder eine nicht mehr optimal auf die Gebäudenutzung abgestimmte Regelung können zusätzlichen Energieverbrauch verursachen.
Eine energetische Inspektion schafft zunächst Transparenz. Sie zeigt, wo eine Anlage energetisch auffällig ist und an welchen Stellen eine genauere Untersuchung oder Optimierung sinnvoll sein könnte.
Aus den Ergebnissen können unterschiedliche Maßnahmen entstehen. Manchmal genügt eine Anpassung der Regelung oder der Betriebszeiten. In anderen Fällen kann der Austausch einzelner Komponenten sinnvoll sein.
Bei älteren RLT-Geräten kann eine energetische Inspektion deshalb auch der Ausgangspunkt für ein Retrofit sein. Sind beispielsweise ältere Ventilatoren, Antriebe oder Regelungskomponenten für einen erhöhten Energieverbrauch verantwortlich, können diese gezielt modernisiert werden, während die weiterhin nutzbare Grundsubstanz des Geräts erhalten bleibt.
HANSA bündelt Wartungen sowie energetische und hygienische Inspektionen innerhalb von etaTECH unter etaInspect.
Dabei geht es nicht nur darum, festgelegte Wartungsarbeiten durchzuführen. Die Anlage kann aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet werden: technisch, hygienisch und energetisch.
Bei der Wartung von HANSA Lüftungsgeräten orientiert sich etaTECH an den entsprechenden Teilen der VDMA 24186. Darüber hinaus können Hygieneinspektionen und energetische Inspektionen durchgeführt werden.
Der entscheidende Vorteil einer solchen Betrachtung liegt darin, den tatsächlichen Zustand einer RLT-Anlage zu kennen.
Denn eine Inspektion muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass anschließend umfangreiche Arbeiten notwendig werden. Sie soll zunächst eine fundierte Grundlage für die weitere Entscheidung schaffen.
Ist die Anlage technisch und energetisch in einem guten Zustand, kann der reguläre Betrieb mit entsprechender Wartung fortgesetzt werden. Werden einzelne Defekte oder Verschleißerscheinungen festgestellt, können Reparaturen und Serviceleistungen erforderlich sein. Hier setzt innerhalb von etaTECH beispielsweise etaCare an.
Zeigt die Untersuchung dagegen, dass technisch überholte Komponenten die Effizienz oder Betriebssicherheit beeinträchtigen, kann eine Modernisierung sinnvoll werden. Für solche Retrofit-Maßnahmen steht innerhalb von etaTECH etaXChange zur Verfügung.
Damit entsteht aus Wartung und Inspektion ein kontinuierlicher Prozess:
Zustand prüfen – Veränderungen erkennen – Handlungsbedarf bewerten – geeignete Maßnahmen umsetzen.
Regelmäßige Wartung und Inspektion leisten damit einen wichtigen Beitrag dazu, RLT-Anlagen zuverlässig, hygienisch und möglichst effizient zu betreiben. Gleichzeitig liefern sie die notwendigen Informationen, um rechtzeitig entscheiden zu können, ob eine Anlage lediglich gewartet, repariert oder umfassender modernisiert werden sollte.


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