Lebensdauer von RLT-Geräten – warten, reparieren, modernisieren und ersetzen

Raumlufttechnische Geräte sind für einen langjährigen Betrieb ausgelegt. Trotzdem unterliegen Ventilatoren, Filter, Antriebe, Sensoren, Regelungstechnik, Wärmeübertrager und weitere Komponenten während des Betriebs unterschiedlichen Belastungen und einem natürlichen Verschleiß.

Wie lange ein RLT-Gerät tatsächlich genutzt werden kann, lässt sich deshalb nicht allein anhand seines Baujahrs bestimmen. Entscheidend sind unter anderem Gerätequalität, Betriebsstunden, Umgebungsbedingungen, regelmäßige Wartung und die Möglichkeit, einzelne Komponenten zu reparieren oder zu modernisieren.

Bei HANSA zeigt die Praxis, dass RLT-Geräte häufig sehr lange betrieben werden: Nach Angaben des Herstellers laufen die eigenen Lüftungsgeräte in der Regel länger als 20 Jahre. Während dieser Zeit können Wartung, Reparatur und Modernisierung dazu beitragen, die Funktionsfähigkeit und Effizienz der Anlage zu erhalten.

Für die Lebensdauer eines RLT-Geräts gibt es keine allgemeingültige Jahreszahl. Ein Gerät besteht aus vielen unterschiedlichen Komponenten, die jeweils unterschiedlich altern.

Während beispielsweise das Gerätegehäuse noch in einem guten Zustand sein kann, können Ventilatoren, Motoren, Sensoren oder Regelungstechnik bereits technisch überholt sein. Umgekehrt können ungünstige Umgebungsbedingungen auch die Grundsubstanz eines Geräts beeinträchtigen.

Die tatsächliche Nutzungsdauer wird unter anderem beeinflusst durch:

  • Qualität und Konstruktion des RLT-Geräts,
  • jährliche Betriebsstunden,
  • regelmäßige Wartung und Reinigung,
  • Feuchtigkeit und Korrosionsbelastung,
  • Zustand von Ventilatoren, Motoren und Lagern,
  • Zustand von Wärmeübertragern und Kältetechnik,
  • Verfügbarkeit von Ersatzteilen,
  • Zustand von Sensorik, Steuerung und Regelung,
  • sowie Veränderungen der Anforderungen an das Gebäude.

Deshalb sollte ein älteres RLT-Gerät nicht allein aufgrund seines Alters ausgetauscht werden. Entscheidend ist sein technischer Gesamtzustand.

Ein 20 Jahre altes Gerät mit guter Grundsubstanz und regelmäßig erneuerten Komponenten kann weiterhin zuverlässig arbeiten. Bei einem anderen Gerät können dagegen bereits früher umfangreiche Maßnahmen notwendig werden.

Die sinnvollere Frage lautet deshalb nicht nur „Wie alt ist das Gerät?“, sondern vor allem „In welchem Zustand befindet sich das Gerät?“

Regelmäßige Wartung ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass ein RLT-Gerät langfristig zuverlässig funktioniert.

Dabei geht es nicht nur darum, einen Defekt zu verhindern. Eine Anlage kann technisch noch funktionieren und trotzdem beispielsweise durch verschmutzte Filter oder Wärmeübertrager, fehlerhafte Sensoren oder ungünstige Einstellungen mehr Energie verbrauchen als notwendig.

Zu den typischen Bereichen, die regelmäßig kontrolliert werden sollten, gehören Filter, Ventilatoren und Antriebe, Wärmeübertrager, Klappen und Stellantriebe, Sensoren, Kälte- und Wärmepumpentechnik sowie Steuerungs- und Regelungskomponenten.

Auch hygienische und energetische Aspekte spielen bei der Beurteilung einer Anlage eine Rolle. Regelmäßige Inspektionen helfen dabei, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen einzuleiten.

HANSA bündelt entsprechende Inspektionsleistungen innerhalb von etaTECH unter etaInspect. Dabei können beispielsweise energetische und technische Untersuchungen von RLT-Geräten durchgeführt und mögliche Verbesserungsmaßnahmen aufgezeigt werden.

Wartung und Inspektion schaffen damit gleichzeitig eine wichtige Entscheidungsgrundlage für die weitere Lebensdauer der Anlage: Ist lediglich eine Wartung erforderlich? Muss eine Komponente repariert werden? Oder ist bereits eine technische Modernisierung sinnvoll?

Ein Defekt an einer einzelnen Komponente bedeutet nicht automatisch das Ende des gesamten RLT-Geräts.

Ventilatoren, Motoren, Sensoren, Stellantriebe, Regelungskomponenten und zahlreiche weitere Bauteile können grundsätzlich ausgetauscht werden. Entscheidend ist, ob eine Reparatur technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist.

Mit zunehmendem Anlagenalter kann allerdings die Ersatzteilversorgung schwieriger werden. Hersteller stellen Produktserien ein, elektronische Bauteile werden nicht mehr produziert oder ältere Steuerungssysteme werden nicht mehr unterstützt.

Ein Beispiel aus der etaTECH-Praxis zeigt, wie sich die Lebensdauer einer Anlage dennoch verlängern lässt: Im Theater am Goetheplatz in Bremen fiel nach rund 20 Jahren Betriebszeit die SAIA-ZAP-Steuerung eines HANSA-Lüftungsgeräts aus. etaTECH setzte zunächst übergangsweise eine gebrauchte Steuerung ein, bevor anschließend eine neue DDC-Regelung installiert wurde. Das bestehende RLT-Gerät konnte dadurch weiterbetrieben werden.

Für solche Aufgaben bündelt etaTECH unter etaCare unter anderem Ersatzteilversorgung, Störungsdienst und Service-Management.

Gerade bei älteren Anlagen ist deshalb die Kenntnis des ursprünglichen Geräteaufbaus von Vorteil. Kann eine defekte Komponente identifiziert und durch eine passende oder technisch zeitgemäße Alternative ersetzt werden, lässt sich ein ansonsten funktionierendes RLT-Gerät häufig weiter nutzen.

Irgendwann kann allerdings der Punkt erreicht werden, an dem wiederholte Reparaturen nicht mehr die sinnvollste Lösung darstellen. Dann sollte geprüft werden, ob eine umfassendere Modernisierung wirtschaftlicher ist.

Zwischen Reparatur und vollständigem Geräteaustausch gibt es eine weitere Möglichkeit: das Retrofit.

Dabei bleiben die weiterhin nutzbaren Bestandteile des vorhandenen RLT-Geräts erhalten, während technisch oder energetisch überholte Komponenten modernisiert werden.

Typische Ansatzpunkte sind beispielsweise Ventilatoren und Motoren, Kälteanlagen, Wärmeübertrager, Sensorik sowie Steuerungs- und Regelungstechnik. Auch digitale Funktionen wie Monitoring oder Fernzugriff können im Zuge einer Modernisierung nachgerüstet werden.

Dadurch kann aus einem älteren RLT-Gerät technisch eine deutlich modernere Anlage entstehen, ohne das komplette Gerät austauschen zu müssen.

HANSA bündelt diese Modernisierungsmaßnahmen innerhalb von etaTECH unter etaXChange. Vor einer solchen Modernisierung sollte zunächst untersucht werden, welche Komponenten noch sinnvoll genutzt werden können und wo eine Erneuerung technische oder energetische Vorteile bietet.

Damit kann Retrofit einen wichtigen Beitrag zur Verlängerung des Anlagenlebenszyklus leisten.

Auch eine gut gewartete und regelmäßig modernisierte RLT-Anlage kann irgendwann einen Punkt erreichen, an dem eine weitere Instandsetzung nicht mehr sinnvoll ist.

Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn das Gerätegehäuse oder die Grundkonstruktion erheblich beschädigt ist, starke Korrosion vorliegt oder hygienische Anforderungen mit der bestehenden Konstruktion nur noch schwer erfüllt werden können.

Auch eine Kombination mehrerer Faktoren kann für einen Austausch sprechen. Wenn gleichzeitig Ventilatoren, Wärmeübertrager, Kälteanlage, Regelungstechnik und weitere Komponenten erneuert werden müssten, sollte geprüft werden, ob ein neues RLT-Gerät langfristig die bessere Lösung darstellt.

Weitere Gründe können geänderte Anforderungen an das Gebäude sein. Neue Nutzungen, andere Luftmengen, höhere Anforderungen an Energieeffizienz, Hygiene, Kühlung oder Wärmerückgewinnung können dazu führen, dass die ursprüngliche Anlage nicht mehr optimal zur Aufgabe passt.

Die Entscheidung sollte deshalb drei Möglichkeiten miteinander vergleichen:

Weiterbetrieb und Reparatur – umfassendes Retrofit – vollständiger Geräteaustausch.

Dabei sollten nicht nur die unmittelbaren Investitionskosten betrachtet werden. Auch zukünftiger Energieverbrauch, Wartungsaufwand, Ersatzteilversorgung, Betriebssicherheit und die erwartete weitere Nutzungsdauer spielen eine Rolle.

Ist die Grundsubstanz nicht mehr sinnvoll nutzbar oder wäre eine umfangreiche Modernisierung technisch und wirtschaftlich nicht mehr zweckmäßig, beginnt ein neuer Anlagenlebenszyklus.

HANSA entwickelt und produziert hierfür individuelle Lüftungs- und Klimageräte für unterschiedliche Einsatzbereiche. Zum aktuellen Produktportfolio gehören unter anderem Blue Line für individuell konfigurierbare Lüftungs- und Vollklimageräte, Pool Line für Schwimmbäder, Kompakt Line für kompaktere Anwendungen sowie weitere spezialisierte Geräteserien.

Der Vorteil einer Lebenszyklusbetrachtung besteht darin, dass ein Neugerät damit nicht automatisch die erste Lösung für eine ältere Anlage sein muss – aber ebenso wenig ausgeschlossen wird.

Das Ziel sollte vielmehr sein, für die jeweilige Anlage den technisch und wirtschaftlich sinnvollen Weg zu finden:

Warten, solange Wartung ausreicht.
Reparieren, solange eine Reparatur sinnvoll ist.
Modernisieren, wenn bestehende Substanz weiter genutzt werden kann.
Ersetzen, wenn ein neues RLT-Gerät die bessere langfristige Lösung darstellt.

Damit endet der Lebenszyklus eines RLT-Geräts nicht an einem festgelegten Alter. Entscheidend ist die regelmäßige Bewertung seines tatsächlichen Zustands und die Wahl der jeweils passenden Maßnahme.

Interesse geweckt?

Haben Sie Fragen oder Interesse an unserem Produkt oder Service? Wir stehen Ihnen gerne zur Verfügung und beantworten Ihre Anliegen.

HANSA Klimasysteme

Als Experten für Klimasysteme bieten wir innovative Lösungen. Entdecken Sie jetzt unsere Produkte und lassen Sie sich von unserem Know-how überzeugen!